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Informationen über Athen


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Die Geschichte Athens

Die Geschichte der Stadt Athen reicht etwa 7.500 Jahre, bis in die Jungsteinzeit, zurück. Um 1300 v. Chr. wurde auf der Akropolis ein mykenischer Königspalast errichtet. Die älteste Stadtanlage beschränkte sich auf die obere Fläche eines steilen, nur von Westen her zugänglichen Felshügels, der später als Burg (Akropolis) den militärischen und religiösen Mittelpunkt Athens bildete. Die Fläche wurde bereits sehr frühzeitig eingeebnet und mit einer starken Mauer umgeben, die mit neun hintereinander angeordneten Toren gesichert wurde (Enneapylai). Diese Anlage hieß nach den Pelasgern, denen man den Bau zuschrieb, Pelargikon. Innerhalb dieser Burg wohnten die alten Könige dieses Teils von Attika. Athen stand seit jeher unter dem besonderen Schutz des Zeus, dem ein früh erbauter Altar gewidmet war, sowie der stadtschützenden Athene (Athene Polias), der auch der älteste Tempel der Stadt, der Hekatompedos, geweiht war. Dem äußeren Stadttor gegenüber lag der älteste Markt der Stadt, die Agora.

Die Stadt konnte lange Zeit ihre Einflussgebiete erweitern. Dem sagenhaften König Theseus wird zugeschrieben, die verschiedenen Teile der Landschaft Attika vereinigt zu haben. Den Höhepunkt ihres politischen und kulturellen Einflusses erreichte Athen im 5. Jahrhundert v. Chr.. Auch als sie 86 v. Chr. dem Römischen Reich einverleibt wurde, behielt sie ihren Status als intellektuelles Zentrum. Dies änderte sich erst im Jahr 529 n. Chr., als die letzten Philosophieschulen auf Anweisung des byzantinischen Kaisers Justinian I. geschlossen wurden.

Erst im 9. Jahrhundert wurde die Stadt Bischofssitz mit dem Parthenon als Bischofskirche. Athen wurde im 4. Kreuzzug (1204) nach der Einnahme Konstantinopels fränkisches Herzogtum, nach dem Einfall der Katalanischen Kompanie folgte die Herrschaft der Florentiner (1388 und 1402) der Türken (1392), der Venezianer (1395). Nach dem Fall Konstantinopels 1453 wurde 1456 Athen von den Osmanen unter Sultan Mehmed II. erobert, der Parthenon wurde zur Moschee und das Erechtheion zum Harem. Die Stadt verlor nun immer weiter an Bedeutung. Aufgrund mehrerer Zerstörungen zwischen dem 17. Jahrhundert und dem 19. Jahrhundert sank die Stadt zu einem unbedeutenden Provinzort herab und hatte 1834, als sie zur Hauptstadt des neu gegründeten Griechischen Königreichs erhoben wurde, kaum mehr als 1000 Einwohner.

Heute ist Athen eine moderne Großstadt.


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Die Herkunft des Namens der Stadt

Die Herkunft des Namens Athen (altgriechisch Αθήναι, heute Αθήνα) ist bisher nicht geklärt, da es keine etymologischen Wurzeln des Begriffs gibt. Man vermutet, dass die Bezeichnung von der Schutzgöttin der Stadt, Athene, abstammt, jedoch ist es genausogut möglich, dass die Göttin nach der Stadt benannt wurde. In der Antike und im Englischen wird der Plural Athinai genutzt, die Selbsbezeichnung Bewohner der attischen Halbinsel (vgl. die Dörfer Demos).

Frühzeit

Die mykenische Königsburg Athens blieb, anders als die meisten anderen mykenischen Burgen Griechenlands, von der dorischen Eroberung verschont; auch betonten die Bewohner Attikas stets ihre alte ionische Tradition und dass sie keine dorischen Elemente aufwiesen. Dennoch hinterließen die Umwälzungen der Völkerwanderung nach 1200 v. Chr. auch in Athen ihre Spuren, dessen Einfluss im Dunklen Zeitalter der nächsten Jahrhunderte eher gering blieb. In Athen hielt sich zunächst noch das lokale Königtum, dessen Ahnenreihe man mit der mythischen Urzeit zu verknüpfen suchte. Unterhalb des Königtums wies die Athener Gesellschaft einen mächtigen Adel (Eupatriden genannt) auf, der durch einen Adelsrat, dem Areopag, der sich regelmäßig auf dem Ares-Hügel versammelte, Einfluss auf die Staatsgeschäfte nahm. Dieser Areopag bestimmt die städtischen Beamten (die so genannten Archonten) und den militärischen Befehlshaber (den Polemarchos).

Durch die zentrale Lage und die rege Teilnahme am Seehandel über seinen Hafen Piräus gewann Athen bald an Wohlstand, an dem allerdings nicht alle Athener in gleicher Weise partizipierten; zudem gab es soziale Belastungen dadurch, dass Athen auch das Umland (Attika) zu einer Polis vereinigte. Das Königtum rückte unterdessen zunehmend in den Hintergrund. Seit 682 v. Chr. wurden die Archonten jeweils nur noch für ein Jahr bestimmt. Die Spannungen innerhalb Athens nahmen aber weiter zu, wie sich erstmals deutlich beim versuchten Staatsstreich des Kylon um 632 v. Chr. zeigte.

Die Notwendigkeit einer Verfassungsreform wurde zunehmend deutlich. Zunächst versuchte Drakon mit sprichwörtlich gewordenen "drakonischen Strafen" die Ordnung zu garantieren. Bald nach ihm sorgte Solon für einen Ausgleich der Interessen der Adligen und der Stadtbürger durch seinen Verfassungsentwurf. Die Athener wurden in vier Klassen eingeteilt, von denen nur die oberste zu politischen Ämtern zugelassen war, zugleich wurden aber Schuldsklaverei auf der einen und übergroßer Landbesitz auf der anderen Seite abgeschafft und freier Handel gefördert. In der Volksversammlung erhielten alle Klassen ein Stimmrecht, womit erstmals ein demokratisches Element in der Athener Verfassung wirksam wurde. Zunächst aber gelang es im Jahre 541 v. Chr. noch einmal Peisistratos die Herrschaft eines Einzelnen, die Tyrannis, zu etablieren, die nach seinem Tod im Jahre 527 v. Chr. von seinen Söhnen, Hippias und Hipparchos, fortgesetzt wurde.

Die Blüte der Demokratie im 5. Jahrhundert v. Chr.

Nach der Beseitigung der Tyrannis im Jahre 510 v. Chr., kam es zu einem langsamen Demokratisierungsprozess (siehe Kleisthenes von Athen). Um 500 v. Chr. bestimmten die Perserkriege das Stadtleben, nachdem sich Athen auf der Seite der Rebellen während des Ionischen Aufstands gegen das Perserreich gestellt hatte. Die wohl bekanntesten Schlachten sind die von Marathon (490 v. Chr.) und von Salamis (480 v. Chr.). Nach der Schlacht von Salamis gelang es den Athenern, ihre Macht auch auf andere Städte auszuweiten und den Attischen Seebund zu gründen (477 v. Chr.). Mit Hilfe des Seebundes errichtete Athen eine Hegemonie über weite Teile Griechenlands und Kleinasiens: Der Seebund selbst entwickelte sich zum attischen Reich und Athen zur stärksten Seemacht.

Das 5. Jahrhundert vor Christus war auch vom kulturellen Standpunkt die Hochzeit Athens: Wer als Philosoph, Schriftsteller, Mathematiker oder Künstler etwas auf sich hielt, wohnte in Athen. Gute Beispiele sind die auch heute noch bekannten Schriftsteller Aischylos, Aristophanes, Euripides und Sophokles, die Historiker Herodot, Thukydides, der Philosoph Sokrates, der Dichter Simonides und der Bildhauer Phidias. Athen hatte eine Bevölkerung von ca. 40.000 Einwohner (ganz Attika ca. 300.000 Einwohner) und erstreckte sich auf einem etwa 2×2 km großen Gebiet rund um die Akropolis. Der Hauptplatz – die Agora – befand sich in der Nähe des heutigen Monastirakiplatzes. Im Westen der Stadt befand sich die Pnyx, auf der die Volksversammlungen abgehalten wurden. Das wichtigste Heiligtum war das Parthenon, in dem die Schutzpatronin der Stadt, Athene, verehrt wurde und dessen Ruinen noch heute sichtbar sind. Weitere wichtige Tempel waren der Hephaistos- und der Zeustempel (oder Olympieion).

Die Mehrzahl der Athenischen Bevölkerung waren jedoch nicht Athenische Vollbürger, sondern Sklaven oder Fremde (Metöken), die praktisch keine Rechte hatten. Der einflussreichste Politiker der Stadt war zu dieser Zeit war Perikles, der die Akropolis errichten ließ und die Stadt, wie er sagte, zur „Schule Griechenlands“ machte. Unter Perikles wurde denn auch die Attische Demokratie zu ihrem Höhepunkt geführt.

Doch Athens Regierungspolitik wurde mit der Zeit nicht mehr von allen Mitgliedern der Koalition im Attischen Seebund unterstützt. Die Differenzen mit Korinth (und indirekt mit Sparta) führten schließlich zum Peloponnesischen Krieg gegen den so genannten Peloponnesischen Bund, der von Sparta, Korinth und Theben angeführt wurde. Perikles Strategie, sich den Spartanern nicht zum Kampf zu stellen und dafür mit der Flotte zu operieren, hatte keinen nachhaltigen Erfolg.

Hinzu kam das von 430 v. Chr. bis 426 v. Chr. ein Drittel der Einwohner der Stadt an einer Epidemie starben. In der Vergangenheit war man von der Pest ausgegangen. Nach DNA-Untersuchungen von griechischen Forschern der Universität Athen im Jahre 2006 an Skeletten aus dieser Zeit ist nun aber klar, dass es sich hiebei um Typhus handelte. Auch Perikles starb 429 v. Chr. an den Folgen dieser Epidemie, während die Spartaner unter Brasidas in Thrakien Athens Versorgungslinien unterbrachen.

421 v. Chr. kam es zum Nikiasfrieden, es war jedoch absehbar, dass dies nur eine Verschnaufspause sein würde: Sparta ging gegen Argos vor, während Athen sich dem langsam auflösenden Seebund zuwandte. Athen ließ sich im Zuge dieses Krieges zu manch einer Greueltat hinreißen und auch zu einer Dummheit, welche die Niederlage Athens einleiten sollte. 415 v. Chr. unternahmen die Athener, unter Einfluss des Alkibiades, die so genannte sizilische Expedition, die für Athen in einem Desaster endete (413 v. Chr.). Das Perserreich intervenierte zu Gunsten Spartas und trotz einiger Siege, unterlagen die Athener 405 v. Chr. in der Schlacht bei Aigospotamoi. Der Krieg endete so schließlich 404 v. Chr. mit der totalen Niederlage Athens.

Athen musste den Seebund auflösen und wurde zeitweise von einer oligarchischen Regierung beherrscht, bevor 403 v. Chr. wieder eine gemäßigte Demokratie eingerichtet werden konnte.

Athen im 4. Jahrhundert v. Chr.

Im 4. Jh. brachten die Philosophen Platon und Aristoteles die (politische) Philosophie zur Blüte, an Thukydides schließt der Historiker Xenophon an.

Während das demokratische Athen im 4. Jahrhundert v. Chr. lange Zeit als Epoche des "Niedergangs" und des "Rückzugs ins Private" galt, hat sich das Bild in der Forschung seit den 1980er Jahren allmählich gewandelt. Die demokratischen Institutionen - nicht mit Beamten und Spezialisten, sondern mit jährlich ausgelosten Bürgern besetzt - arbeiteten weiter, von einer Politikverdrossenheit der Bürger ist nichts überliefert. Für das politische Engagement spricht auch die ständige architektonische Erweiterung der Pnyx, wo die Volksversammlung, das zentrale Gremium der demokratischen Entscheidungen, zusammentrat. Kein Politiker - auch nicht der einflussreiche Makedonengegner Demosthenes - hat eine ähnlich dominante Stellung erlangen können, wie sie Perikles im 5. Jahrhundert einnahm.

In den Jahrzehnten nach dem Peloponnesischen Krieg gewannen die Athenern durch geschickte Schaukelpolitik zwischen Persien sowie den rivalisiernden griechischen Mächten Sparta und Theben ihre Handlungsfreiheit Stück für Stück zurück. 377 v. Chr. gelang ihnen eine Neugründung eines verkleinerten Seebundes. In den permanenten Kriegen um die Vorherrschaft in Griechenland setzte sich Athen zeitweise für einen Allgemeinen Frieden zwischen den Poleis ein.

Seit den 50er Jahren des 4. Jahrhunderts v. Chr. trat Athen der aufstrebenden Macht Makedoniens unter dessen König Philipp II. entgegen. Auf Betreiben des Demosthenes kam ein anti-makedonisches Bündnis fast aller griechischen Städte zustande, dessen Heer jedoch 338 v. Chr. in der Schlacht von Chaironeia von den Makedonen besiegt wurde. Im folgenden Jahr sah sich Athen genötigt, dem von König Philipp dominierten Korinthischen Bund beizutreten.

Athen in der Zeit des Hellenismus

Philipp und nach ihm sein Sohn Alexander der Große achteten die große Tradition Athens. Nach dem Tod Alexanders erhoben sich Athen und andere griechische Stadtstaaten im so genannten Lamischen Krieg erneut gegen die Makedonen, wurden aber geschlagen. Athen musste seine Demokratie einschränken und eine makedonische Garnison erdulden. Von 317 bis 307 v.Chr. herrschte Demetrios von Phaleron, ein Schüler des Aristoteles, als von den Makedonen unterstützter Verwalter.

Nach der Vertreibung des Demetrios von Phaleron mit Hilfe von Demetrios Poliorketes kehrte Athen noch einmal zur radikalen Demokratie zurück und verteidigte sich bis 262 v. Chr. erfolgreich gegen die makedonischen Eroberungsversuche. Nach der Niederlage im Cremonideischen Krieg war die Stadt bis 229 v. Chr. makedonisch, danach wurde Athen wieder frei. Das unabhängige Athen gewann wieder an kultureller Bedeutung und wurde zu einem wichtigen politischen Aktionsfeld der Diadochen und deren Nachfolgerstaaten, die sich mit zahlreichen Stiftungen (z.B. die Stoa des Attalos) um die Gunst der griechischen Öffentlichkeit bemühten. In den Auseinandersetzungen Makedoniens mit dem Römischen Reich stand Athen auf der Seite Roms.

86 v. Chr. wurde Athen jedoch von Sulla als Strafe für die Unterstützung des Mithridates VI. erobert. Doch auch unter den römischen Kaisern blieb die Stadt ein Zentrum kulturellen Lebens und hatte den Status einer freien Stadt. Viele Mitglieder der römischen Oberschicht gingen eine Weile nach Athen, um philosophische Studien zu betreiben. Ab dem 3. Jahrhundert war die Stadt ein Zentrum des Neuplatonismus. Doch seit 391, als das Christentum römische Staatsreligion wurde, ging auch diese Bedeutung verloren: Der oströmische Kaiser Justinian I. schloss 529 die Philosophenschulen, die nicht ohne Grund als Hort des Heidentums galten. Die letzten athenischen Philosophen suchten zunächst Zuflucht in Persien, kehrten aber 532 ins Imperium Romanum zurück. Die Schließung der platonischen Akademie wird oft als Ende des klassischen Athen angesehen.

Zeittafel

Jungsteinzeit (5000–2500 v. Chr.)

Erste Anzeichen einer Siedlung auf der Akropolis in Athen.

Bronzezeit (2500–1200 v. Chr.)

Um 1300 v. Chr. wurde auf der Akropolis ein mykenischer Königspalast errichtet.

Eisenzeit (1200–900 v. Chr.)

Im Gegensatz zu anderen mykenischen Städten wie Mykene selbst oder Pylos verschwand Athen im 12. Jahrhundert v. Chr. nicht völlig von der Bildfäche, sondern verkleinerte nur das Stadtgebiet auf die Größe der heutigen Plaka.

Geometrische Zeit (900–700 v. Chr.)

Bis zum dem 8. Jahrhundert hatte sich Athen wieder rehabilitiert und seine zentrale Position in der griechischen Welt gefestigt, die Festung auf der Akropolis und der Zugang zum Meer boten der Stadt einen großen Vorteil über mögliche Rivalen wie Theben und Sparta. Seit Beginn des 1. Jahrtausends v. Chr. wurden die Gerichtsverhandlungen auf dem Areopag durchgeführt. In diese Zeit wird auch das athenische Königtum eingeordnet, dessen letzter König der sagenhafte Kodros gewesen sein soll.

Archaische Zeit (700–500 v. Chr.)

Im 7. Jahrhundert v. Chr. wurden durch Drakon sehr scharfe Gesetze erlassen (Drakonische Strafen), die Solon (640–559 v. Chr., einer der sieben Weisen) milderte und die Bürgerrechte auf ärmere Volksschichten ausweitete. 515 v. Chr. Baubeginn des größten Tempels des griechischen Festlands, dem Olympieion, unter dem Tyrannen Peisistratos. Nach dem Tod des Tyrannen folgte die Schreckensherrschaft des Hippias (Sohn des Peisistratos), der 510 v. Chr. gestürzt wurde. Mit der Reform des Kleisthenes von Athen und der Entmachtung des Adels sowie der gleichzeitigen Errichtung der Demokratie wurde der weitere Bau des Riesentempels eingestellt. (König Antiochos IV. ließ die Arbeiten 174 v. Chr. wieder aufnehmen. Der Tempel wurde etwa 640 Jahre nach Baubeginn unter dem römischen Kaiser Hadrian endgültig fertiggestellt.)

Reformen des Kleisthenes (um 507 v. Chr.)

Aufgrund der Größe Attikas befanden sich einige Regionen in recht großer Entfernung zum eigentlichen Zentrum des Gebietes – Athen – und waren somit vom politischen Geschehen isoliert. Kleisthenes' Ziel jedoch war es, die gesamte attische Bevölkerung in die Politik einzubinden und ihr somit eine Zugehörigkeit zum Gemeinwesen zu vermitteln.

Hierzu teilte er die attische Bevölkerung in 139 Demen ein. Diese hatten in etwa die Größe eines Dorfes und verwalteten sich selbst auf der Basis der Gleichberechtigung. Sie bildeten die kleinsten Einheiten des neuen Phylensystems. Attika wurde hierbei in 3 Regionen unterteilt. Die Stadt Athen selbst bis zur Küste, das Binnenland und das restliche Küstengebiet. Jede Region bestand des weiteren aus je 10 zusammenhängenden Abteilungen. Diese insgesamt 30 Abteilungen wurden wiederum zu 10 Phylen zusammengefügt, wobei jeder Phyle eine Abteilung aus der Stadt, eine der Küste und eine aus dem Binnenland angehörte. (Daher der Name ‚Trittyes’ (Drittelbezirke) für die Abteilungen.) Einer Phyle gehörten ca. 3500 Bürger an.

Da nun in jeder Phyle alle drei Regionen vertreten waren, bildete sie quasi einen „Querschnitt“ durch die gesamte attische Bevölkerung. Eine Bevorzugung der Stadtbevölkerung wurde somit vermieden. Statt dessen ermöglichte diese Neuordnung eine institutionelle und gesellschaftliche Integration sowohl des Zentrums als auch der Peripherie:

Das Ziel der Reform war die Präsenz der gesamten Bürgerschaft und ihre Beteiligung an der Politik und die Kooperation zwischen den Bevölkerungsgruppen, also eine politische Zusammenarbeit der Phylen: Jede Phyle entsandte 50 Vertreter in die Boule (Ratsversammlung), die den Rat der Fünfhundert bildeten. (Diese Vertreter wurden ausgelost, da vor allem der Zufall der Wille der Götter war.) Der Willen der Bevölkerung sollte auf diese Weise in Athen gegenwärtig gemacht werden.

Die Attische Demokratie trug, wie der Historiker Thukydides dem Politiker Perikles in den Mund legt, einen bedeutenden Teil zur Macht und zum wirtschaftlichen Wohlstand der Stadt bei. "Die Verfassung, nach der wir leben, vergleicht sich mit keiner der fremden. Mit Namen heißt sie, weil der Staat nicht auf wenige Bürger, sondern auf eine größere Zahl gestellt ist, Volksherrschaft. [...] Sondern frei leben wir miteinander im Staat..." (Thuk. II. 37)

Mit den Schulen des Platon und Aristoteles bildete Athen ein bedeutendes philosophisches Zentrum. Im peloponnesischen Krieg verlor sie an Einfluss.

Perserkriege (500–479 v. Chr.)

* 493 v. Chr. wurde der Athener Haupthafen von Phaleron nach Piräus verlegt und später mit den Langen Mauern verbunden.
* 490 v. Chr. Schlacht bei Marathon (Marathonlauf).
* 480 v. Chr. zerstören die Perser Athen, der persische König Xerxes I. thront auf dem Ägaleo und wohnt der Seeschlacht von Salamis bei.
* 479 v. Chr. Schlacht bei Plataiai.

Klassische Zeit (479–338 v. Chr.)

Athen war eine der mächtigsten Poleis des alten Griechenland und der große Gegenspieler Spartas im Peloponnesischen Krieg. Athen war – mit der Verfassung des Solon und später der Reform des Kleisthenes von Athen – die erste Demokratie in der Geschichte.

Hellenistische Zeit (338–146 v. Chr.)

Demosthenes, Athener Politiker und berühmtester Redner der Antike (Philippika), versucht in einer Allianz mit Theben sich gegen die makedonische Großmacht unter Philipp II. zu wehren. Athen verliert jedoch seine Unabhängigkeit 338 v. Chr. in der Schlacht von Chaironeia.

Römische Zeit (146 v. Chr.–289 n. Chr.)

Eroberung Athens durch Sulla 86 v. Chr. und Plünderung der Stadt. Der Apostel Paulus besucht auf seiner 2. Reise auch Athen (Apostelgeschichte 17,15–17,34) und spricht auf der Agora und dem Areopag (49 n. Chr.). Bereits während der Herrschaft von Augustus entsteht die Römische Agora. Kaiser Hadrian, ein persönlicher Freund des Herodes Attikus, hält sich mehrfach in Athen auf. Der Philhellene und Kunstliebhaber stiftet Athen mehrere Bauwerke: Er lässt die Hadriansstadt (heute noch das Hadrianstor) und die Hadriansbibliothek bauen und den gewaltigen, schon in archaischer Zeit begonnenen Tempel des Olympischen Zeus (das Olympieion) vollenden.

Früh- und mittelbyzantinische Zeit (520–1054)

529 wurden die Athenischen Philosophenschulen geschlossen.
797 wird die Athenerin Irene erste alleinregierende Kaiserin des byzantinischen Reichs.

Fränkische und spätbyzantinische Zeit (1054–1453)

Nach dem 4. Kreuzzug 1204 wird Athen fränkisches Herzogtum unter der Lehnshoheit des Königs von Thessalien.

Osmanische Zeit (1453–1832)

1456 erobert Sultan Mehmed II. Athen [Setines] (Ende des Herzogtums Athen). Im Krieg gegen das Osmanische Reich 1687/88 wurde bei der Belagerung Athens durch die Venezianer der Parthenon-Tempel auf der Akropolis getroffen und Teile des Tempels zerstört, als das dort gelagerte türkische Munitionsdepot explodierte. 1827 besetzen türkische Truppen vorübergehend noch einmal Athen. Die Stadt wird mehrfach zerstört.

Neugriechische Zeit (1832 - 1912)

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach den Unabhängigkeitskriegen war Athen nur noch ein kleines Dorf mit etwa 300 Häusern. 1834 wurde Athen Hauptstadt Griechenlands und königliche Residenz. Der erste griechische König, Otto I. (1832–1862) ließ Athen ausbauen und gab zahlreiche klassizistische Bauten in Auftrag (siehe Athener Trilogie). 1843 erlässt König Otto I. auf revolutionären Druck unfreiwillig eine Verfassung. 1862 endet die Herrschaft Ottos I. und das Haus Wittelsbach muss Athen verlassen. 1863–1913 wird Georg I. König von Griechenland.

1878/79 ließ sich Heinrich Schliemann ein repräsentatives Wohnhaus von Ernst Ziller bauen, dass er Palast von Ilion nannte und heute das numismatische Museum beherbergt. 1896 fanden in Athen die ersten modernen Olympischen Sommerspiele statt, 1906 findet als Jubiläumsveranstaltung die Zwischenolympiade statt, der viele olympische Riten zu verdanken sind.

Neugriechische Zeit (1912–1944)

  • 1912–1913 Balkankriege.
  • 1917 tritt Griechenland unter dem Einfluss von Eleftherios Venizelos in den I. Weltkrieg ein und entfacht 1920–1922 den griechisch-türkischen Krieg in Kleinasien (Kleinasiatische Katastrophe). Zahlreiche Flüchtlinge kommen nach Athen.
  • 1922 Revolution mit Sturz der Monarchie.
  • 1924–1935 Republik.
  • 1935 Wiedereinsetzung der Monarchie durch General Metaxas und Beginn seiner Diktatur.
  • 1938 debütierte die 15-jährige Maria Anna Cecilia Sofia Kalogeropoulou (Maria Callas) an der Athener Oper.
  • Im Frühjahr 1941 deutscher Angriff auf Griechenland, die griechische Regierung flüchtet auf dem Panzerkreuzer Averof (Schiffsmuseum Trokadero Marina in Palio Faliro) nach Alexandria.
  • 1941–1944 deutsche Besetzung Athens. Im Oktober 1944 kehrt die Regierung auf dem Panzerkreuzer Averof nach Faliron zurück.

Neugriechische Zeit (seit 1944)

  • 1944–1949 Bürgerkrieg in Griechenland.
  • Eines der wichtigsten Spätwerke Walter Gropius (1883–1969) steht in Athen: die von 1956 bis 1961 erbaute amerikanische Botschaft.
  • 1967–1974 Militärdiktatur.
  • 1997 Leichtathletik-WM in Athen
  • Der Athener U-Bahn-Bau zu Beginn des 21. Jahrhunderts zählt zu den größten innerstädtischen archäologischen Kampagnen des europäischen Kontinents.
  • 2003 Einweihung des neuen Flughafens Eleftherios Venizelos
  • In Athen fanden 2004 die Olympischen Spiele statt, in diesem Zusammenhang entstanden unter dem Chefarchitekten Santiago Calatrava architektonische Highlights, wie die Kathehaki-Brücke und das Olympische Zentrum.

 

  

 


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