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Informationen über Athen


Patras - Kulturhauptstadt 2006

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Motorrad fahren in Athen / Mit dem Motorrad in Athen

Wer in Athen mit dem Motorrad unterwegs ist, sollte als Fremder schon ein paar Dinge berücksichtigen. Mit dem Motorrad durch Athen zu fahren kann lebensgefährlich sein, muss es aber nicht. Wer die Regeln kennt und seine Maschine beherrscht, kommt eigentlich ganz gut zurecht. Ich lebe nun schon eine Weile in Athen und machte meine ersten Erfahrungen auf einer Suzuki XF 650. Heute fahre ich eine Cagiva Navigator 1000cc. In Athen wohnend hatte ich natürlich genug Zeit, mich an die griechische Mentalität, Fahrstil, Straßenverhältnisse und den Tagesrhythmus gewöhnen können. Diese Möglichkeit werden wohl die wenigsten haben, die ihren Urlaub in Griechenland verbringen und auf der Durchreise durch Athen sind, aber ein paar Dinge möchte ich euch doch mitgeben. Nicht weil sie sonderlich wichtig wären, aber durchaus nützlich.

Gerade Athen ist bekannt für sein hektisches Treiben, den chaotischen Verkehr, den Smog und die Hitze. Das erste was ihr euch also angewöhnen solltet ist der regelmäßige Konsum vom Nationalgetränk Frappé, einer Art Eiskaffee aus massenhaft Nescafé und kaltem Wasser sowie Zucker und Milch nach Wunsch. Es ist eigentlich ein ideales Getränk für Biker, da man nach ein paar Frappés auf die gleiche hektische Wellenlänge der Athener kommt und man wenigstens geistig mit dem Verkehr mit kommt. Dann sollte man die Mittagshitze vermeiden. Ich habe mich über Mittag entweder in die Berge geflüchtet, oder am Strand einen ruhigen Strand mit Schatten gesucht und Siesta gemacht. Ab 17:00 Uhr kanns dann wieder weitergehen. Um die Mittagszeit ist in Athen eh nix los, die Griechen haben erkannt, dass es sinnlos ist, sich bei 40 Grad zu bewegen.

Vor solchen Motorradfahrern solltet ihr euch in Acht nehmen. Schlecht zu erkennen, aber die Strasse ist nass und daher extrem rutschig! Der Typ ist lebensmüde !!

Jetzt müsst ihr nur noch alle deutschen Verkehrsregeln zum Thema Spurwechsel vergessen und statt dessen zwischen den fahrenden Autos durchfahren. Wird's zu eng ist ein Spurwechsel angesagt um dort zwischen den Autos weiterzufahren. Wichtig ist, niemals bremsen, sonst habt ihr verloren und steht. Dann wird's schwer, sich wieder einzufädeln. Wer sich nicht traut weiterzufahren weil's mal etwas enger ist, wird zum Hindernis für die anderen Biker, aber man hat ja ein ausländisches Nummernschild als Ausrede. Ach ja, Nummernschilder, das ist auch noch eine witzige Sache. Viele Motorräder hier in Griechenland haben nur so ein kleines Nummernschild wie in Deutschland die Mofas. Das hängt dann aber nicht da wo man es erwartet, sondern im Radlauf auf dem Schmutzfänger vor der Hinterradfederung oder knapp darüber. Ich will sehen, ob ich mal ein Foto hierzu machen kann. Die Deutsche Verkehrspolizei würde die Hände über dem Kopf zusammen schlagen.

An den Ampeln treffen sich die Biker dann kurz nach der Haltelinie, oft so weit vorne, dass keiner mehr die Ampel sehen kann. Braucht man auch nicht, denn die Autofahrer hupen eh, und zwar kurz bevor die Ampel grün wird. Außerdem sieht man ja, dass die Ampel für die anderen Verkehrsteilnehmer rot wird und kann daher schon mal los legen. Hierbei ist aber Vorsicht angebracht. Es kann durchaus sein, dass noch einer bei Rot durch fährt. Oftmals hängt es vom Verkehrsaufkommen und davon, wer gerade auf der größeren Straße fährt, ab. Wenn beispielsweise durch einen Rückstau kaum Autos über die Kreuzung kamen, glauben viele, auch noch bei Rot durchfahren zu dürfen um quasi ihr Recht nachzuholen. Bei größeren Straßen kommt es oft vor, daß "Nachzügler" nicht mehr rechtzeitig halten können und noch durch fahren. Worauf ich hinaus will, bitte nicht versuchen, Erster zu sein, dann klappt das schon. Wenns dann los geht, geben ca. 30 Biker Vollgas. GEIL!!! Für manche klingt es zunächst alles wie ein Alptraum, aber ich möchte es nicht verpassen, dieses System auch mal zu loben. Ich sollte aber erst noch erwähnen, dass die Mehrheit der Verkehrsteilnehmer rücksichtsvoll sind und keiner auf sein Recht besteht. Hier wird von allen Beteiligten ab und zu gegeben und gerade Biker werden oft vorgelassen. Des Weiteren ist die deutsche Fahrweise auf Grund des extremen Verkehrsaufkommens auch gar nicht möglich. Natürlich müsst ihr höllisch aufpassen und bei der Millimeterarbeit sollte man sein Motorrad gut und genau manövrieren können. Anfänger sollten auf den Stadtautobahnen bleiben oder im Morgengrauen mal reinschnuppern. Bei 40°C im Schatten sollte man auch nicht vergessen, dass dies ganz schön an die Substanz gehen kann. Wer's aber mal raus hat, hat den Vorteil relativ flott kreuz und quer durch Athen fahren zu können ohne im Stau stehen zu müssen und das ist auch der Grund warum so viele Motorräder in Athen unterwegs sind. Manchmal hilft es auch, sich an den anderen Motorradfahrer zu orientieren. Ich fahre ihnen auch heute noch gerne hinterher. Man muß schon mit dem Griechischen Verkehr aufgewachsen sein, um völlig gelassen in Athen fahren zu können. Aber, fahrt mir bitte nicht blind jedem Wahnsinnigen hinterher. Es gibt auch genügend lebensmüde Motorradfahrer in Athen.

Vor allem die Mopeds haben oftmals den gefährlichsten Fahrstil. Die aufgemotzten Mopeds, hierzulande Papaki genannt, haben in der Regel einen 125 ccm Motor und einen Auspuff das man sie schon außerhalb von Athen hört. Je lauter desto besser, ist deren Devise. Übrigens, werft mal einen genauen Blick auf die Marke des Krachmachers. Ich hatte mich schon gewundert, dass Sebring sowas bauen würde, bis ich den Unterschied merkte. Der Krach dieser Mopeds ist teilweise unerträglich und es gibt mittlerweile viele Diskussionen um eine Einschränkung. Es wird aber sicherlich noch eine Weile dauern, bis sich hier was ändert. Ich muß jedoch zugeben, einen Vorteil hat ein lautes Motorrad in Athen. Beim Vorbeifahren an den Autos wird man von den Autofahrern gehört. Das bringt eine gewisse Sicherheit mit sich. Stellt sich nur die Frage, wie rum man das Pferd nun besteigen will. Den Motorradfahrern das zwischen den Autos durchfahren verbieten damit man keinen lauten Auspuff mehr braucht? Wäre nicht schlecht, aber dann würde der komplette Verkehr in Athen zusammenbrechen. Man hat es schonmal versucht, woraufhin ein paar Motorradfahrer streikten indem sie im Pulk nach Vorschrift durch die Stadt fuhren. Jeder brav in seiner Spur. Es dauerte Stunden, bis sich der Verkehr von dem Chaos erholte. Also ließ man die Motorradfahrer wieder fahren wo sie wollen. Im Gegenteil, oftmals ist es offiziell erlaubt, auf der Busspur zu fahren.

 

 

  

 


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